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Erstes und zweites Jahr

Was eine US-LLC wirklich kostet

Angebote für eine US-LLC beginnen bei rund fünfzig Euro und enden bei zweitausend. Der Grund für diese Spanne ist nicht Qualität, sondern die Frage, was überhaupt im Preis steckt. Diese Seite trennt die drei Töpfe, aus denen sich die Kosten zusammensetzen, und rechnet das zweite Jahr mit, in dem die meisten Überraschungen liegen.

Zuletzt geprüft: 2026-09-06

Drei Töpfe, die in Angeboten vermischt werden

Wenn ein Anbieter mit einem Komplettpreis wirbt, steckt darin fast immer eine Mischung aus eigenem Honorar und durchgereichten Behördengebühren. Das ist an sich nicht unlauter, macht den Vergleich zweier Angebote aber unmöglich, solange Sie die Bestandteile nicht trennen.

Trennen Sie deshalb nach Empfänger. Topf eins geht an eine Firma, die dafür eine Leistung erbringt. Topf zwei geht an eine Behörde und ist ein Durchlaufposten, den niemand günstiger machen kann. Topf drei geht an verschiedene Empfänger, taucht aber in keinem Gründungsangebot auf, weil er zeitlich später liegt.

Topf eins: das Honorar des Dienstleisters

Das Honorar deckt in der Regel die Einreichung der Gründungsunterlagen beim Bundesstaat ab, oft das erste Jahr Registered Agent und manchmal eine Vorlage für das Operating Agreement. Was es fast nie abdeckt, ist irgendetwas, das mit dem IRS zu tun hat.

Fragen Sie bei jedem Angebot drei Dinge ab: Was genau ist im Preis enthalten, welche Positionen verlängern sich automatisch, und zu welchem Preis verlängern sie sich. Der dritte Punkt ist der wichtigste. Es ist ein verbreitetes Modell, das erste Jahr Registered Agent zu verschenken und im zweiten Jahr einen Betrag abzubuchen, der deutlich über dem Marktniveau liegt.

Wir gründen keine Gesellschaften und nennen deshalb auf dieser Seite bewusst keine Preise für Gründungspakete. Was wir übernehmen, liegt später: die EIN für 50 EUR und die jährliche Meldung mit Formular 5472 und Pro-forma Form 1120 für 150 EUR. Beides gehört in Topf eins, beides gehört in Ihre Kalkulation, und beides bekommen Sie auch anderswo.

Topf zwei: die Gebühren des Bundesstaats

Diese Beträge gehen vollständig an den Bundesstaat. Kein Anbieter kann sie senken, und wenn ein Angebot sie nicht ausweist, sind sie entweder eingerechnet oder sie kommen später dazu. Beides sollten Sie vor dem Kauf wissen.

Die Spalte für das zweite Jahr ist die eigentlich interessante. Delaware kehrt sich gegenüber dem ersten Jahr fast um: Aus dem drittgünstigsten Gründungspreis wird die mit Abstand teuerste laufende Position. Wer nur Gründungsgebühren vergleicht, sieht diesen Sprung nicht.

Rechnen Sie außerdem damit, dass zwischen Gründung und erstem Jahrestermin je nach Bundesstaat mehr oder weniger als zwölf Monate liegen. In Florida und Delaware hängt der Termin am Kalender, nicht am Gründungsdatum: Eine Gründung im Oktober führt in Florida bereits im Mai darauf zum ersten Annual Report.

Staatsgebühren im ersten und zweiten Jahr, Stand September 2026
BundesstaatJahr einsJahr zweiTermin im Jahr zwei
Wyoming100 USD Gründungmindestens 60 USD Annual ReportJahrestag der Gründung
New Mexico50 USD Gründung0 USDkein Termin
Delaware110 USD Gründung300 USD Jahressteuer für LLCs1. Juni
Florida125 USD Gründung138,75 USD Annual Report1. Mai

Topf drei: was in keinem Gründungsangebot steht

Die erste Zeile ist der Klassiker. Der Registered Agent ist im ersten Jahr oft inklusive, verlängert sich danach automatisch und wird von einer Kreditkarte abgebucht, an die niemand mehr denkt. Läuft die Karte ab, kündigt der Anbieter irgendwann, und die Gesellschaft verliert im Bundesstaat ihren guten Stand, ohne dass jemand davon erfährt.

Die zweite Zeile ist die teuerste, wenn sie schiefgeht. Eine ausländisch gehaltene Einpersonen-LLC muss jährlich Formular 5472 zusammen mit einer Pro-forma Form 1120 einreichen, auch ohne Umsatz, weil bereits die Gründung und die Einzahlung auf das Konto meldepflichtige Vorgänge zwischen der Gesellschaft und ihrem Eigentümer sind. Der IRS erhebt für die Einreichung selbst nichts, sieht aber für ein Versäumnis eine eigene gesetzliche Strafe vor, die nicht am Gewinn hängt.

Die dritte Zeile kostet keinen festen Betrag, aber Zeit oder Honorar. Sie brauchen für die Meldung eine geordnete Aufstellung aller Vorgänge zwischen Ihnen und der Gesellschaft: Einlagen, Entnahmen, privat verauslagte Zahlungen, Darlehen in beide Richtungen. Wer das im Januar aus zwölf Monaten Kontoauszügen rekonstruiert, zahlt es in Stunden.

Die vierte Zeile fällt einzeln nicht auf. Jede Zahlung an eine amerikanische Behörde oder einen amerikanischen Dienstleister läuft über eine Umrechnung, und viele Banken nehmen dafür einen Aufschlag plus Fremdwährungsgebühr. Bei zehn Vorgängen im Jahr ist das ein zweistelliger Betrag, den keine Kalkulation enthält.

Die vier häufigsten vergessenen Positionen
PositionWann sie auftauchtWarum sie übersehen wird
Verlängerung des Registered Agentzwölf Monate nach Bestellungdas erste Jahr war im Gründungspaket enthalten
Jahresmeldung Formular 5472 mit Pro-forma 1120zum 15. April des Folgejahresgehört zur Bundesebene und kommt in Gründungsangeboten nicht vor
Buchhaltung für das Geschäftsjahrlaufend, spürbar im Januareine Ein-Personen-LLC fühlt sich nicht nach Buchhaltung an
Währungsumrechnung und Fremdwährungsgebührenbei jeder Zahlungeinzeln klein, über ein Jahr summiert deutlich

Wie sich Jahr eins und Jahr zwei unterscheiden

Im ersten Jahr zahlen Sie ein Honorar für die Gründung, eine einmalige Staatsgebühr und meist zwölf Monate Registered Agent. Die Bundesmeldung fällt noch nicht an, weil sie sich auf ein abgelaufenes Geschäftsjahr bezieht. Das erste Jahr fühlt sich deshalb überschaubar an.

Im zweiten Jahr entfällt das Gründungshonorar, dafür kommen drei Posten neu dazu: die jährliche Staatsgebühr, die Verlängerung des Registered Agent und die Vorbereitung der Jahresmeldung an den IRS. Bei den meisten Konstellationen liegt das zweite Jahr deshalb nicht dramatisch unter dem ersten, sondern ungefähr gleichauf.

Genau diese Erwartung fehlt vielen Gründern. Sie kalkulieren die Gründung als Investition und das Folgejahr als nahezu kostenlos. Wenn dann im April die Meldung fällig wird und im Mai die Staatsgebühr, wirkt das wie eine Nachforderung, obwohl es der Normalfall ist.

Woran Sie ein unehrliches Angebot erkennen

Der dritte und der fünfte Punkt sind die beiden, bei denen wir am deutlichsten werden. Niemand kann Ihnen ein US-Geschäftskonto oder die Annahme durch eine Zahlungsplattform zusagen, weil darüber ein Institut nach eigenen Kriterien entscheidet, an denen kein Gründungsanbieter beteiligt ist.

Und die Vorstellung, eine US-LLC nehme Ihnen die Steuerpflicht in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ab, ist schlicht falsch. Ob die Gesellschaft in Ihrem Wohnsitzland als transparent oder als Kapitalgesellschaft behandelt wird und wo der Ort der Geschäftsleitung liegt, entscheidet sich dort und nicht im Gründungsstaat.

  • Die Staatsgebühr wird nicht getrennt ausgewiesen, sodass Sie zwei Angebote nicht vergleichen können.
  • Der Verlängerungspreis für den Registered Agent steht nirgends, nur der Preis für das erste Jahr.
  • Ein Bankkonto oder ein Zahlungsanbieter wird als Bestandteil des Pakets dargestellt, obwohl kein Dienstleister das zusagen kann.
  • Die jährliche Meldung an den IRS wird nicht erwähnt, obwohl sie für jede ausländisch gehaltene LLC anfällt.
  • Der Text spricht von Steuerfreiheit oder davon, dass die Struktur die Steuerpflicht im Wohnsitzland erledigt.
  • Es gibt keine Angabe dazu, was passiert, wenn Sie den Anbieter wechseln oder die Gesellschaft auflösen wollen.

Eine belastbare Kalkulation in sechs Schritten

Wenn Sie diese sechs Zeilen in einer Tabelle stehen haben, können Sie zwei Angebote zum ersten Mal ehrlich vergleichen und wissen außerdem, was im April und im Mai auf Sie zukommt. Das ist die gesamte Kalkulation; mehr braucht eine Einpersonen-LLC nicht.

Der einzige Posten, den diese Rechnung bewusst offen lässt, ist die Beratung im Wohnsitzland. Deren Kosten hängen von Ihrer Situation ab, und sie sind der einzige Posten auf der Liste, an dem zu sparen strukturell teuer werden kann.

  1. Bundesstaat festlegen und die Gründungsgebühr aus der Tabelle übernehmen.
  2. Angebot des Gründungsdienstleisters einholen und das reine Honorar von der durchgereichten Staatsgebühr trennen.
  3. Den Verlängerungspreis für den Registered Agent schriftlich erfragen und in die Kalkulation für Jahr zwei eintragen.
  4. Die jährliche Staatsgebühr für Jahr zwei mit dem konkreten Termin notieren.
  5. Die Vorbereitung der Jahresmeldung mit Formular 5472 einplanen, mit dem 15. April als Stichtag.
  6. Für Buchhaltung, Umrechnung und Kleinkram einen Puffer setzen, statt so zu tun, als gäbe es ihn nicht.

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Häufige Fragen

Was kostet eine US-LLC im ersten Jahr?

Die Staatsgebühr beträgt je nach Bundesstaat 50 bis 125 USD. Dazu kommt das Honorar eines Gründungsdienstleisters und in der Regel das erste Jahr Registered Agent. Die jährliche Meldung an den IRS fällt erst im Folgejahr an.

Was kostet die US-LLC im zweiten Jahr?

An den Bundesstaat gehen mindestens 60 USD in Wyoming, 138,75 USD in Florida, 300 USD in Delaware und nichts in New Mexico. Dazu kommen die Verlängerung des Registered Agent und die Vorbereitung der Jahresmeldung mit Formular 5472.

Warum ist Delaware im zweiten Jahr so viel teurer?

Delaware erhebt für LLCs keine Berichtsgebühr, sondern eine pauschale Jahressteuer von 300 USD zum 1. Juni. Sie fällt unabhängig von Umsatz und Gewinn an, also auch bei einer Gesellschaft, die im ganzen Jahr nichts getan hat.

Welche Kosten werden am häufigsten vergessen?

Die Verlängerung des Registered Agent nach dem ersten Jahr und die Vorbereitung der Jahresmeldung mit Formular 5472 und Pro-forma Form 1120. Dazu kommen Buchhaltung und die Gebühren für Währungsumrechnung, die einzeln klein sind und sich über ein Jahr summieren.

Kostet die Einreichung beim IRS eine Gebühr?

Der IRS erhebt für die Entgegennahme von Formular 5472 mit der Pro-forma Form 1120 selbst nichts. Kosten entstehen nur für die Vorbereitung. Bei uns liegt sie bei 150 EUR, die EIN bei 50 EUR.

Lohnt sich eine US-LLC bei kleinem Umsatz?

Das ist eine Frage für Ihre Steuerberatung, nicht für uns. Rein von den Kosten her liegt der laufende Aufwand in Wyoming bei einem niedrigen dreistelligen Betrag im Jahr, sobald Sie den Registered Agent und die Jahresmeldung mitrechnen.

US-LLC Kosten: Jahr eins und Jahr zwei realistisch